Pfälzisch

Der pfälzische Dialekt, auch einfach Pfälzisch genannt, ist einer der vielen Dialekte Deutschlands, der allerdings, wie der Name es schon sagt, aus der Region Pfalz stammt und dort überwiegend – auch heute noch– gesprochen wird.

Die Pfälzer sind sehr stolz auf ihre „Deutsche Toskana“ , aber auch auf ihre gemeinsame, charakteristische Sprache. Doch was macht diese konkret aus?

Zunächst einmal sollte wohl bemerkt werden, dass es innerhalb des pfälzischen Dialektes kennzeichnende Unterschiede gibt. So spricht man zum Beispiel in dem Landkreis Kaiserslautern ein wenig anders als zum Beispiel in Bad Dürkheim. Wie es auch in anderen deutschen Dialekten üblich ist, hat jeder Ort  innerhalb der Pfalz seine eigene Sprachart.

Schaut man sich den pfälzischen Dialekt im Allgemeinen an, erkennt man interessante Abweichungen vom Hochdeutschen. Kennzeichnend für Pfälzisch ist unter anderem das Benutzen des Buchstabens „p“ im Anlaut (am Anfang des Wortes). Dies zeigt der bekannte pfälzische Spruch: „In de Palz geht de Parre(r) mit de Peif in die Ke(r)sch.“ Wie man sieht, werden alle pf-Laute des Hochdeutschen einfach als p-Laute ausgesprochen. Weiterhin kann man im Pfälzischen erkennen, dass stimmhafte Konsonanten den stimmlosen vorgezogen werden. So benutzt ein Pfälzer manchmal lieber das „b“ anstatt des „p“, „d“ anstatt von „t“ und „g“ anstatt von „k“. So spricht man in der Pfalz z.B. das Wort „Tür“ eher als „Diir /Deer“ oder z.B. das Wort „richtig“ als „rischdisch“ aus. In einigen Wörtern kann der Pfälzer das „d“ auch mal ganz wegfallen lassen, so im Wort „furchtbar“, welches man als „forschbar/ furschbar“ aussprechen würde. An einigen Orten der Pfalz kann man zudem beobachten, wie bestimmte Konsonanten beim Aussprechen des Wortes in ein leicht gerolltes „r“ verwandelt werden. Dieses Phänomen bezeichnet man als Rhotazismus. Als Beispiel kann das pfälzische Wort „gudde“ genannt werden. Hier verwandeln sich die beiden “d’s“ bei der Aussprache des Wortes zu einem „r“.

Bemerkenswert sind aber auch die Unterschiede der Vokale zwischen dem Hochdeutschen und dem Pfälzischen. So fehlen zum Beispiel dem Pfälzischen die Laute „ö“, „ü“ und „eu/äu“. Stattdessen werden für diese Laute „e“, „i“ und „ai“ verwendet.  Aus dem Wort „Möbel“  wird z.B.  „Meebel/ Meewel“, aus dem Wort „Hügel“ = „Hischel, Hiechel, Hiwwel“ und aus „Häuser“ = „Haiser“. Das „ei“ spricht man im Pfälzischen etwa als „ää“ aus. So heißt z.B.  „Stein“ in dem Pfälzer Dialekt „Schdää“ oder z.B. „Kleid“ = „Klääd“. Das lang ausgesprochene „i“, wie z.B. in dem Wort „Wein“ oder „dein“ spricht ein Pfälzer als „oi“ aus, die Wörter würden auf Pfälzisch folglich „Woi“ und „doi“ heißen. Auch der Laut „au“ wird im Pfälzischen ein wenig anders ausgesprochen, nämlich als „aa“. Demnach spricht man z.B. „Auge“ als „Aag“ aus, oder „Staub“ als „Schaab“. Charakteristisch für den pfälzischen Dialekt ist außerdem das Entfallen der Endlaute. Allerdings erkennt man trotz des Entfallens den Plural heraus. Als Beispiel kann man an dieser Stelle die Wörter „Hund“ und „Affe“ nennen. Im Singular heißt „Hund“ im Pfälzischen ebenfalls „Hund“, im Plural wird das Wort zum „Hunn“. An dem langgezogenem „n“ erkennt man also den Plural. Das Wort „Affe“ wird in den pfälzischen Regionen als „Aff“ im Singular und als „Affe“ im Plural ausgesprochen.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Pfälzisch gar nicht mal so wenige französische Lehnwörter besitzt. Nur um ein Beispiel zu nennen, wäre da das Wort „Bottschamber“ (frz.:pot de chambre) = „Nachttopf“. Den Einfluss der französischen Sprache im pfälzischen Dialekt führt man auf die geografische Nähe zu Frankreich, aber auch auf die zahlreichen Besatzungen der Franzosen während der Kriegszeiten zurück.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s